Pino

 

Der Rüde Pino kam als Fundhund ins Tierheim Höchstädt und wurde letztlich von seinen Besitzern an das Tierheim übergeben. Pino ist ein aktiver Hund, der sich gerne bewegt und leider fehlte in seiner Familie die Zeit, den Rüden genug zu beschäftigen. Pino ist eine außergewöhnliche Mischung Hund. Nicht nur, dass er sicherlich etwas Jagdhund in sich hat, so sieht fast jeder etwas anderes rassetypische in ihm. Vom Vizla-Mischling bis hin zum Golden Retriever-Mix konnte Pino schon viele Rasse-Vermutungen in sich vereinen.

Eines ist aber ganz deutlich: Pino liebt das Leben.

Pino kann es nicht verbergen, seine Nase ist im sehr wichtig, seine Umgebung muss erschnüffelt werden und hin und wieder vergisst er dabei, dass es auch andere wichtige Ereignisse um ihn herum gibt. Er kuschelt und schmust zwar nicht gerne, möchte nicht in den Arm genommen werden oder gedrückt werden, spielen hat er nie richtig gelernt - was aber nicht heißt, dass er Menschen nicht mag. Er kennt all das nur nicht. Pino hat bei Familien gelebt, aber irgendwie nie richtig mit einer Familie. Wenn er jemanden kennt, dann gewährt auch hin und wieder eine kurze Kuschelzeit und er vergibt dann auch gerne mal stürmische Küßchen. Doch bei Fremden macht er das nicht gerne. Wenn man Pino zum ersten Mal kennen lernt und mit ihm Gassi geht, dann dreht sich alles ums Laufen und zwar um schnelles und dauerhaftes Laufen. Pino ist mit seinen 11 Jahren in keinem Fall zu alt, um nicht das faule Leben am warmen Kamin schätzen zu lernen. Bisher konnte ihm nur niemand diese Ruhe vermitteln. Sein Leben bestand nur aus Rennen und Suchen, wobei der Rüde selbst nicht weiß, was er genau suchen will. Wahrscheinlich geht es Pino nur um das schnelle Laufen, ob das nun neben einem Fahrrad oder seinem joggenden Menschen passiert, dürfte für ihn nicht entscheidend sein. Erfahrung hat Pino damit aber noch nicht sammeln können.

Pino ist ein schlauer Hund – das sieht man schon an seinem wachen Blick. Er hat gelernt, wie eine Türklinke funktioniert und hat auch schon öfter eine Hundeschule besucht. Aber Theorie alleine reicht nicht. Pino braucht Bezug zu Menschen, er braucht den direkten Kontakt zu seiner Familie, er braucht Menschen mit Ruhe und Verstand, die ihm zeigen, dass er willkommen und sicher ist, ihm dabei aber seinen Freiraum lassen und ihn nicht mit Körperkontakt einengen wollen.

Das wird nicht von heute auf morgen gehen, denn Pino hat sein Leben bisher mehr in Eigenregie gelebt, als zusammen mit Menschen. Aufgrund seiner großen Energiereserven, seiner etwas ungestümen Art und dem Wunsch nicht immer direkt mit dem Menschen zu tun zu haben, sollten keine kleinen Kinder in der neuen Familie leben. Auch sein Jagdinstinkt legt nahe, dass keine Katzen oder Kleintiere in seinem Zuhause untergebracht sein sollten.

Pino ist im Grund ein lieber Hund, ein guter Gefährte, der Menschen sucht, die ihm die Chance gibt, ein gutes Hundeleben zu führen. Er braucht liebevolle, klare Führung, ohne dabei zu übersehen, wie viel Hundeliebe Pino bereit ist zu verschenken - man muss nur bereit sein, seine Art der Zuneigung zu schätzen, dann wird man einen echten Sonnenschein in sein Leben aufnehmen.