Fynn 

 

Fynn kam als Straßenköter in Griechenland auf die Welt und musste sich dort sicherlich von klein auf durchsetzen. Nicht nur die anderen Hunde stellen hier eine Gefahr dar, auch der Mensch kommt nicht immer als Freund.

Fynn hatte das Glück über eine private Tierschutzorganisation nach Deutschland zu kommen und wurde in einer Familie mit Kindern untergebracht.

Leider stellten sich im Laufe der Zeit Probleme im Zusammenleben mit der Familie ein und Fynn musste sich auf die Suche nach einem neuen zu Hause machen.

Über Umwege kam er ins Tierheim Höchstädt.

Bei der ersten ärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass der Rüde nicht gut hört und sieht, was bei Tieren mit weißem Fell als Gendefekt oft der Fall ist. Weitere Untersuchungen haben aber ergeben, dass Fynn ansonsten kerngesund ist.

Hin und wieder hat man das Gefühl, dass Fynn Schatten jagt und diese mit Bellen vertreiben will. Dies läßt sich wohl durch sein schlechtes Sehen und Hören erklären.

Fynn sucht hundeerfahrene Menschen, die mit ihm und seiner Vorgeschichte als Straßenhund umgehen können und Verständnis dafür haben. Fühlt er sich bedroht, so hat er gelernt, dass beißen ein Ausweg ist. Fühlt er sich in die Enge getrieben, so verteidigt sich Fynn mit den Mitteln, die er kennen gelernt hat.

Deshalb gibt es ein paar einfache Regeln, die man im Zusammenleben mit Fynn beachten sollte: es ist notwendig, Fynns Aufmerksamkeit zu haben, ehe man ihn streicheln oder kuscheln will – es kann sein, dass er einen nicht gehört hat. Beim Spielen sollte man darauf achten, dass Fynn zur Not immer einen Fluchtweg finden kann, um sich nicht bedrängt zu fühlen. Er sollte einen Rückzugsort haben, wo er seine komplette Ruhe finden kann, die man ihm dann auch gewähren sollte. Zu viel Lärm und hektisches Treiben scheinen Fynn zu verunsichern. 

Im Tierheim zeigt sich Fynn von einer sehr guten Seite. Es gab noch keine Situation, die bedenklich erschien. Bei Futter ist Fynn etwas eigen. Leckerli bewacht er eine Zeitlang ehe er sich frisst. Auch dies läßt sich durch seine Vergangenheit erklären.

 

Kinder sollten in seinem neuen Zuhause nicht leben, da Fynn hier überhaupt nicht weiß, wie er sich verhalten soll und diese als gleichwertige Lebewesen ansieht, die er auch mal maßregeln kann.

Fynn braucht Menschen, die ruhig und gelassen mit ihm agieren, die nie in Hektik verfallen, dabei selbstbewusst ihm gegenüber auftreten ohne dabei aber laut oder grob zu werden. Fynn ist ein junger Hund, der die Chance verdient hat, zu lernen, wie das Leben mit Menschen funktionieren sollte.