Die richtige Wahl!

Bevor Sie sich für ein Tier aus unserem Tierheim entscheiden, möchten wir Sie auf ein paar wichtige Verhaltensweisen unserer Tiere aufmerksam machen.

Durch unsere Beobachtungen stellen wir immer wieder fest, dass es gerade den Katzen schwer fällt, sich auf die neue Umgebung im Tierheim einzustellen. Sogar privat abgegebene Katzen, die uns als verschmust und sehr personenbezogen beschrieben werden, verstecken sich im Tierheim oft wochenlang in Katzenkörben oder in den angebotenen Schlupfwinkeln, so dass sie von den Katzeninteressenten gar nicht wahrgenommen werden. Auslöser für die plötzliche Scheue können sein:

  • Katzen, die bislang nur in der Wohnung gehalten wurden, haben es nie gelernt, sich gegenüber anderen Artgenossen durchzusetzen. Daher lassen sie sich schnell einschüchtern und ziehen sich zurück.
  • Freigänger haben dieses Problem zwar weniger, aber dafür sind sie es nicht gewohnt, räumlich so stark begrenzt zu sein.
  • Allein die Anwesenheit so vieler Katzen auf engem Raum verstört gerade ausgesprochene "Eigenbrötler"
  • Ganz allgemein belastet die Katzen die neue Umgebung, die durch laute Geräusche, Hundegebell und die vielen Besucher noch ängstlicher angenommen wird.

Besonders diese Katzen werden in ihrem neuen Zuhause wieder zu teilweise überanhänglichen, zutraulichen Tieren. Darum unser Appell: Bedenken Sie bitte, dass nicht nur jene Katzen, die sofort auf Sie zugelaufen kommen, die verschmustesten und zutraulichsten Tiere sind, sondern dass auch Katzen, die im Korb liegen oder sich vor Ihnen verstecken Ihre Aufmerksamkeit verdienen. Diese Katzen sind dem Menschen gegenüber genauso lieb und anhänglich, wie ihre "mutigen" Artgenossen, die sofort schnurren und miauen. Gerade die etwas scheueren Tiere brauchen besonders schnell ein neues Zuhause, da sie eindeutig größere Probleme mit der Eingewöhnung haben.

Solche Katzen liegen uns besonders am Herzen, fragen Sie deshalb unser Tierheimpersonal, wenn Sie sich für eine unserer Katzen interessieren. Durch den täglichen Umgang mit allen Katzen wissen Sie auch die Vorzüge unserer "Scheuen".

Auch bei den Hunden führt so mancher falsch gewonnene erste Eindruck oft zu überschnellen Vorurteilen. Hier muss grundsätzlich aufgeklärt werden!

Gerade die ängstlichen, wesenschwachen Hunde verbellen mit aufrecht stehenden Nackenfell eventuelle Interessenten. Diese sind dann durch dieses Auftreten schnell der Meinung, hier handelt es sich um einen aggressiven Hund. Tatsache ist, dass so ein Hund dieser Situation nicht gewachsen ist (fremde Personen in seiner Nähe, Gebell der anderen Tiere...) und er nur deshalb seinen "großen Auftritt" inszeniert. Wäre das ihn schützende Zwingergitter nicht vorhanden oder seine Bezugsperson in der Nähe, würde der Hund ein anderes Verhalten zeigen. Geben sie diesen Hunden eine Chance und sprechen Sie mit unserem Tierheimpersonal über diese Tiere! Beobachten Sie dann, wie unkompliziert sich der Hund gegenüber einer vertrauten Person verhält. Wahrscheinlich sagt Ihnen die jetzige Bezugsperson, dass sie mehrmals kommen müssen, um das Vertrauen des Hundes zu erlangen.

Glauben Sie nicht, dass diese Aussage automatisch bedeutet, Ihre Wahl sei auf einen "Problemhund" gefallen. Das heißt lediglich, dass jedes Tier etwas Zeit braucht, um Sie kennen zu lernen. Auch wir müssen uns die ersten Tage um das Vertrauen der Hunde bemühen. Aber wir sehen darin keine unangenehme Aufgabe. Im Gegenteil, den Augenblick, in dem der Vierbeiner zum ersten Mal nicht mehr vor uns zurückweicht, er uns schwanzwedelnd und stürmisch begrüßt, das Misstrauen nicht mehr vorhanden ist, erleben wir jedes mal wieder mit unglaublicher Freude.

Deshalb lohnt es sich im jedem Fall, unsere Tierpfleger auf ein Ihnen aufgefallenes Tier anzusprechen, Geduld zu zeigen und so letztendlich die richtige Wahl zu treffen.