Ein Hund braucht einen Chip Kommentar von Martina Bachmann zum Tierheim

- Wer ein Tier bei sich zu Hause aufnimmt, der sollte auch die Verantwortung dafür tragen. Gerade jetzt in der Urlaubszeit vergessen das offenbar auch im Landkreis viele. Sie geben ihren Vierbeiner irgendwo ab, setzten ihn einfach aus, vergessen ihn. Struppi stört. Und erst nach der Urlaubsreise fällt ihnen ein – da war doch etwas. Ausbaden müssen dieses verantwortungslose Verhalten die Tiere selbst. Sie stromern oft tagelang durch die Gegend, hungern, bekommen Parasiten. Irgendwann landen sie dann im Tierheim in Höchstädt. Wie zum Beispiel der namenlose, struppige große Hund, der gestern abgemagert in seinem Körbchen saß. Einen Namen hatte er noch nicht bekommen. Er begrüßte die Besucher nicht mit einem Bellen. Er wedelte nicht einmal mit seinem Schwanz. Er war einfach nur verlassen. Verantwortungsbewusste Herrchen lassen ihr Tier impfen und chippen. Sollte Bello dann tatsächlich einmal der große Freiheitsdrang packen, sollte er tatsächlich einmal weglaufen, dann ist ein Besitzer schnell ausfindig gemacht. Und verantwortungsbewusst handelt auch der, der sich zuerst überlegt, was er mit einem Tier in der Urlaubszeit macht, bevor er es überhaupt mit nach Hause nimmt. Es bleibt zu hoffen, dass das Tierheim Höchstädt in den nächsten Wochen einige Spenden bekommt. Nur so können die Verantwortlichen ihre verdienstvolle und wichtige Arbeit auch in Zukunft fortführen.

Quelle: AZ | Erscheinungstag: 13.08.2010 | Seite: 19 | Titel: Ein Hund braucht einen Chip Kommentar von Martina Bachmann zum Tierheim martina.bachmann@donau-zeitung.de